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aktuelles | 22 Mai 2026

Gemeinsam zu einem landesweiten Diagnosenetzwerk

Die Diagnostik bildet den Ausgangspunkt für nahezu jede Form der Gesundheitsversorgung. Da die Labordiagnostik in allen Bereichen des Gesundheitswesens zum Einsatz kommt, ist dieser Bereich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme, Standards und Arbeitsweisen gekennzeichnet. In einer Zeit, in der das Gesundheitswesen unter immer größerem Druck steht, ist diese Situation nicht mehr tragbar. Auf der Veranstaltung „Zorg & ICT“ stellten Sjoerd Visser und Daniël Schut in einer gemeinsamen Informationsveranstaltung ihre Vision und ihren Ansatz vor, wie das Gesundheitswesen zugänglich, bezahlbar und innovativ bleiben kann.

Beide Referenten dieser Informationsveranstaltung engagieren sich bereits seit längerer Zeit für den Übergang zu einer landesweiten Diagnostik. Sjoerd Visser ist CIO bei Unilabs Nederland, und Daniël Schut arbeitet als Teamleiter für den Informationsaustausch bei Enovation (Teil von Legrand Care). Ihre Geschichte zeigt, dass dieser Wandel nicht nur eine technische Angelegenheit ist, sondern vor allem eine strategische Entscheidung, um die Gesundheitsversorgung zugänglich, bezahlbar und innovativ zu halten.

Die Diagnostik als verbindendes Glied im Gesundheitswesen

Laut Daniël und Sjoerd ist Diagnostik mehr als nur das Entgegennehmen einer Anfrage und das Zurücksenden eines Befunds. Sie verbindet Hausärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Pflegeorganisationen, Einrichtungen der psychischen Gesundheitsversorgung und Patient*innen miteinander. Immer häufiger besteht Bedarf an einem Gesamtbild der Patient*innen, das über die verschiedenen Bereiche und Regionen hinweg reicht. Gleichzeitig ist der Markt für Diagnostik in den Niederlanden wettbewerbsintensiv und stark fragmentiert. Viele Labore arbeiten in relativ kleinem Maßstab, was Investitionen in Innovation und Digitalisierung erschwert. Dabei ist gerade das jetzt notwendig. Schließlich wird die Gesundheitsversorgung immer teurer, der Druck auf das Personal nimmt zu und die Patient*innen erwarten einen besseren digitalen Zugang zu ihren Daten.

Globale Reichweite, regionale Verankerung

Laut Unilabs, das in vierzehn Ländern tätig und der größte Diagnostik-Anbieter in Europa ist, liegt ein wesentlicher Teil der Lösung in der Größenordnung. Diese Skalierung wird nicht dadurch erreicht, dass man das regionale Engagement aufgibt, sondern indem man ihm eine landesweite und sogar internationale Grundlage verleiht. In den Niederlanden ist Unilabs mit vier Labors, mehr als 300 Blutentnahmestellen und einem starken regionalen Netzwerk vertreten. Dieser regionale Fokus bleibt entscheidend, da die Gesundheitsversorgung vor Ort stattfindet.

Die Stärke von Unilabs liegt darin, diese regionale Zusammenarbeit mit einer globalen Ausrichtung zu verbinden. Durch den internationalen Austausch von Wissen, Kapazitäten und Innovationen entsteht Spielraum, um effizienter zu arbeiten und neue Diagnosemethoden zu entwickeln. Die Digitalisierung spielt dabei eine Schlüsselrolle, ebenso wie die intelligente Bereitstellung von Daten.

Eine Landschaft mit vielen Akteuren und Standards

In der Vergangenheit arbeitete jeder Geschäftsbereich von Unilabs mit eigenen Laborsystemen, Integrationen, Viewern, Portalen und Datenaustauschlösungen. Dies führte zu unterschiedlichen Vereinbarungen hinsichtlich der Einwilligung, zu uneinheitlichen regionalen Infrastrukturen sowie zu einer eingeschränkten Wiederverwendbarkeit und Skalierbarkeit. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach domänenübergreifender Datenverfügbarkeit. Nicht nur die Antragsteller*innen, sondern auch andere Gesundheitsdienstleistende und die Patient*innen wünschen sich einen sicheren und uneingeschränkten Zugriff. Das Ziel von Unilabs besteht darin, einerseits die eigene Struktur und die Prozesse weiter zu standardisieren und andererseits eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der Versorgungskette zu erreichen. Auf diese Weise gelangt das Unternehmen zu einer einheitlichen und zukunftssicheren Architektur, die regionale Unterschiede berücksichtigt und (inter)nationale Zusammenarbeit ermöglicht.

Standardisierung und Vernetzung

Enovation unterstützt Unilabs seit Jahren in den Bereichen Integration, Standardisierung und Informationsaustausch. Aufgrund dieser Erfahrungen hat sich die Organisation dafür entschieden, auf eine landesweite Architektur für Unilabs hinzuarbeiten, die auf folgenden Grundsätzen basiert:

  • zentrale Integration und Standardisierung;
  • nationale und internationale Standards;
  • wiederverwendbare generische Funktionen;
  • regionale Anpassungen, wo nötig.

Zentrale Integration und Austausch

Kernstück des Ansatzes von Enovation ist eine zentrale Integrationsschicht. In dieser Integrationsschicht werden Daten aus den verschiedenen Laborsystemen zusammengeführt und in standardisierte Formate wie EDIFACT, HL7 v2/v3, XDLab und HL7 FHIR konvertiert. Anschließend werden die Daten über die entsprechenden Netzwerke zur Verfügung gestellt. Beispiele hierfür sind Sichere E-Mail, IHE-XDS, FHIR, APIs und MedMij, bei denen sowohl Fachkräfte als auch die Patient*innen Teil der Kette sind.

Einwilligung als Voraussetzung

Ein wichtiger Aspekt bei der Umstellung ist die Einwilligung. Technisch ist vieles bereits möglich, aber rechtlich muss auch alles stimmen. Dies gilt insbesondere für die Diagnostik, wo die Befunde oft von anderen Gesundheitsdienstleistenden eingesehen werden als von denjenigen, die die Untersuchung ursprünglich angefordert haben. Aus diesem Grund ist Unilabs an Mitz angeschlossen, dem landesweiten Einwilligungssystem. Damit können Patient*innen selbst festlegen, wer ihre Daten einsehen darf. Dies ist ein entscheidender Schritt hin zu einer sicheren und skalierbaren Datenverfügbarkeit.

Bereit für die Zukunft

Die ersten Regionen in den Niederlanden (Mitte und West) sind inzwischen an die neue Infrastruktur angeschlossen. Alte und neue Komponenten werden hier vorübergehend parallel bereitgestellt, damit die Kontinuität für die Gesundheitsdienstleistenden gewährleistet bleibt. Dank der neuen Infrastruktur gibt es in diesen Regionen nun ein einheitliches Patientenportal und die Möglichkeit, über MedMij auf die PGO zuzugreifen. Darüber hinaus umfasst die neue Architektur einen Unilabs Viewer, der Labordaten allen Beteiligten innerhalb der Kette zur Verfügung stellt.

Mit dieser Architektur hat Unilabs eine Grundlage für neue Entwicklungen im Zusammenhang mit dem European Health Data Space (EHDS) und die weitere Standardisierung von Sprache und Technik geschaffen. Auch die Einführung von Terminologien wie LOINC wird dabei eine immer wichtigere Rolle spielen.

Vertrauen und Zusammenhalt stärken

Der Übergang zur landesweiten Diagnostik zeigt, dass die Verfügbarkeit von Daten kein Selbstzweck ist. Es geht um Vertrauen, Zusammenarbeit und die Förderung einer besseren Gesundheitsversorgung – heute und in Zukunft. Enovation und Unilabs verbinden Standardisierung mit regionalem Engagement und verknüpfen technische Hilfsmittel mit rechtlichen und organisatorischen Vereinbarungen. So legen wir gemeinsam ein solides Fundament für die Zukunft der Diagnostik.