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Pflegekräfte in der Führungsrolle: So wurde die gemeinsame Entscheidungsfindung bei Schlaganfällen zur Selbstverständlichkeit

Alle Patient*innen mit einem Schlaganfall in der Braincare-Abteilung des Wilhelmina Ziekenhuis Assen (WZA) erhalten die Schlaganfall-Auswahlhilfe. Nicht weil es vorgeschrieben wäre, sondern weil es funktioniert. Die Pflegekräfte Harma Oving und Mannie van der Giessen haben zusammen mit Projektleiterin Marieke Westendorp Schritt für Schritt einen soliden Vorgang aufgebaut. „Die Auswahlhilfe für Pflege gehört jetzt einfach zur Arbeit dazu.“ Wie haben sie es geschafft, dass das gesamte Team mitmacht? Und was sind ihre wichtigsten Erkenntnisse?

Mit einem klaren Ziel beginnen

Die Idee, die Schlaganfall-Auswahlhilfe für Pflege zu verwenden, entstand aus dem Wunsch heraus, Patient*innen und ihre Angehörigen besser in die Pflege einzubeziehen. Marieke Westendorp: „Wir hielten es für wichtig, Patient*innen stärker in die Auswahl des Entlassungsziels einzubeziehen und sie besser über die Möglichkeiten zu informieren, sodass Erwartungen besser aufeinander abgestimmt werden können. Darüber hinaus wollten wir mehr Klarheit im Aufnahme- und Entlassungsablauf schaffen, sowohl für die Patient*innen als auch für das Team. Die Auswahlhilfe für Pflege hilft dabei.“

Man muss zunächst gemeinsam Kraft investieren, um danach davon zu profitieren.

– Marieke Westendorp, Beraterin für onkologische Pflege, wza

Das gesamte Team wurde gut informiert und in die Vorbereitung der Implementierung einbezogen. Das Thema Mitbestimmung und die Auswahlhilfe für Pflege wurden in der Arbeitsbesprechung ausführlich behandelt. Wir haben darüber diskutiert, warum wir das wollten und was wir damit erreichen wollten. Alle bekamen die Möglichkeit, sich die Auswahlhilfe für Pflege selbst anzusehen, und Fragen und Bedenken wurden gemeinsam besprochen. Marieke Westendorp: „Bei der Vorbereitung muss man zunächst gemeinsam Kraft investieren, um danach davon zu profitieren.“

Das Team startete im Januar 2023. Bei der Aufnahme wird standardmäßig innerhalb von 48 Stunden ein Gespräch mit der Pflegekraft vereinbart. Während dieses Gesprächs wird die Auswahlhilfe für Pflege erläutert und Patient*innen sowie ihre Angehörigen werden gebeten, die Auswahlhilfe gemeinsam auf dem iPad auszufüllen. Harma Oving: „Wir sind immer in der Nähe, um eventuelle Fragen zu beantworten. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass 95 % der Patient*innen und Angehörigen die Auswahlhilfe ohne unsere Hilfe problemlos ausfüllen können.“

Eigenverantwortung in der Pflege

Obwohl die Einführung einer neuen Arbeitsweise immer etwas gewöhnungsbedürftig ist, hat das Pflegeteam von Anfang an Verantwortung übernommen. Harma Oving: „Die Ärzt*innen sind nicht aktiv an der Ausgabe der Auswahlhilfe für Pflege beteiligt, unterstützen diese jedoch. Wir als Pflegekräfte kümmern uns um die Ausgabe, die Nachbearbeitung und darum, dass die Zusammenfassung an die richtige Stelle in der Akte gelangt, um sie im multidisziplinären Gespräch zu erörtern.“

Von Anfang an haben wir gesagt: Das gehört jetzt dazu. Alle wissen, was von ihnen erwartet wird.

– Mannie van der Giessen, Pflegekraft, wza

Durch die Aufnahme der Auswahlhilfe für Pflege in den Aktivitätenplan wurde sie Teil der Standardversorgung. Bis zu 94 % aller Patient*innen, die die Auswahlhilfe erhalten, füllen sie auch aus. Mannie van der Giessen: „Von Anfang an haben wir gesagt: Das gehört jetzt dazu. Alle wissen, was von ihnen erwartet wird. Die gemeinsame Entscheidungsfindung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Pflegeprozesses.“

Die Macht der Wiederholung

Nach einer Weile ließ die Aufmerksamkeit etwas nach und die Nutzung ging zurück. Harma Oving: „Wir haben das Thema dann erneut in der Arbeitsbesprechung und im wöchentlichen Newsletter aufgegriffen. Außerdem wurden Kolleg*innen persönlich angesprochen, wenn die Auswahlhilfe für Pflege nicht immer ausgegeben wurde. So kam das Thema wieder ins Bewusstsein aller und jetzt gehört es einfach zur Arbeit dazu.“

Marieke Westendorp: „Wir feiern auch ganz bewusst unsere Erfolge. Nachdem die ersten 100 Patient*innen die Auswahlhilfe für Pflege genutzt hatten, gab es Kuchen. Wir erstellen auch visuelle Quartalsberichte mit Zahlen und Erläuterungen, die sich darauf konzentrieren, was gut läuft und worauf wir noch achten können. Gemeinsam macht man es so sehr greifbar. Die Kraft der Wiederholung und das Hervorheben des Positiven wirken motivierend.

Früher hat man die Entlassungsdestination oft einfach nur mitgeteilt. Heute denken Patient*innen und Angehörige mit: Was möchte ich, was kann ich und was brauche ich?

– Harma Oving, Pflegekraft, wza

Bessere Gespräche und mehr engagiertere Patient*innen

Die Pflegekräfte stellen fest, dass Patient*innen aktiver an ihrem Pflegeprozess teilnehmen und zu einem integralen Bestandteil des Prozesses geworden sind. Harma Oving: „Früher wurde die Entlassungsdestination oft einfach mitgeteilt. Heute denken Patient*innen und Angehörige mit: Was möchte ich, was kann ich und was brauche ich? Es kommt vor, dass Patient*innen selbst eine andere Vorstellung von der Entlassungsdestination haben. Nach dem Ausfüllen der Auswahlhilfe für Pflege wird es für die Patient*innen oft verständlicher, dass sie nicht nach Hause gehen können und warum eine Rehabilitation erforderlich ist.“

Mannie van der Giessen: „Patient*innen schätzen es, mitdenken zu können und gut vorbereitet in das Gespräch mit uns zu gehen. Sie sind besser informiert und engagierter, wodurch die Kommunikation auch schneller verläuft.“

Da die Auswahlhilfe für Pflege zusammen mit der Familie ausgefüllt wird, entsteht ein gutes Bild von der Situation und den Präferenzen der Patient*innen. Diese Informationen stehen während der multidisziplinären Besprechung, in der der Neurologe gemeinsam mit dem Team die nächsten Schritte festlegt, zur Verfügung. Die Pflegekraft bringt dabei aktiv die Perspektive der Patient*innen ein und gibt ihnen nach der Besprechung Rückmeldung.

10 praktische Tipps: So nutzen Sie die Auswahlhilfe für Pflege in der Praxis

  1. Besprechen Sie es direkt bei der Aufnahme
    Verbinden Sie das Pflegegespräch und die Auswahlhilfe für Pflege mit der Aufnahme. Beziehen Sie die Patient*innen und Angehörigen direkt in den Entlassungsprozess mit ein.
  2. Erläutern Sie deutlich, worum es sich handelt
    Erklären Sie, warum sie für die Patient*innen und Angehörigen wichtig ist, und bitten Sie sie, die Auswahlhilfe (für einen bestimmten Zeitraum) gemeinsam auszufüllen.
  3. Teil der Standardversorgung
    Sowohl für die Patient*innen als auch für die Kolleg*innen gehört es zur Standardversorgung. „So machen wir das hier.“
  4. Verwenden Sie den Behandlungsverlauf oder den Aktivitätenplan
    Machen Sie die Auswahlhilfe für Pflege zu einem festen Bestandteil des Arbeitsablaufs. Machen Sie sie sichtbar.
  5. Verwenden Sie Hilfsmittel wie ein iPad
    Senken Sie die Hemmschwelle für das Ausfüllen und bieten Sie die Auswahlhilfe für Pflege „gebrauchsfertig“ auf einem iPad an.
  6. Beziehen Sie die Angehörigen mit ein
    Bitten Sie Patient*innen und Angehörige, die Auswahlhilfe für Pflege gemeinsam auszufüllen.
  7. Tauschen Sie sich regelmäßig im Team aus
    Was läuft gut? Was könnte verbessert werden? Müssen Prozesse optimiert werden? Halten Sie das Thema präsent.
  8. Die Kraft der Wiederholung
    Newsletter, Arbeitsbesprechungen, Übergaben – Wiederholung stärkt die Verankerung.
  9. Sprechen Sie sich gegenseitig an
    Machen Sie es zur Gewohnheit, Kolleg*innen daran zu erinnern: „Haben Sie die Auswahlhilfe für Pflege schon gegeben?” oder „Denken Sie daran, die Zusammenfassung im multidisziplinären Gespräch zu besprechen?“
  10. Feiern Sie Erfolge
    Meilenstein erreicht? Feiern Sie das mit dem Team!

Möchten Sie die Schlaganfall-Auswahlhilfe in Ihrem Krankenhaus einsetzen? Sind Sie daran interessiert zu erfahren, wie die Auswahlhilfe für Pflege Ihrer Organisation nützen kann? Kontaktieren Sie uns! Wir erzählen Ihnen gerne mehr darüber.

Kontakt aufnehmen

 

Die Schlaganfall-Auswahlhilfe ist eine Initiative von Santeon mit ZorgKeuzeLab als Entwicklungs- und Implementierungspartner. Die Auswahlhilfe wurde von der Niederländischen Vereinigung für Neurologie und der Patientenvereinigung Hersenletsel.nl zugelassen.

ZorgKeuzeLab ist Teil von Enovation.